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Kartenzahlung toppt Bargeld

Mai 2019 - Produkte im Wert von rund 209 Milliarden Euro bezahlten die deutschen Verbraucher 2018 mit der Karte. Damit toppt die Zahlungsart erstmals das Bargeld.

Die Liebe der deutschen Verbraucher zur Barzahlung scheint langsam nachzulassen. Im Einzelhandel zahlten sie 2018 in Summe erstmals mehr mit der Karte als in den Jahren zuvor. Dies ist ein Fazit der aktuellen EHI-Studie "Kartengestützte Zahlungssysteme im Einzelhandel 2019.

209,2 Milliarden Euro und damit knapp 6% mehr als im Vorjahr hat der deutsche Einzelhandel 2018 demnach per Karte umgesetzt. Das entspricht nun einem Umsatzanteil von 48,6 Prozent. Die Bargeldumsätze gingen dagegen um 1,7 Prozent zurück. 3,1 Prozent der Zahlungsarten verteilen sich laut EHI auf Rechnungen, Finanzkäufe und Gutscheine.

Umsätze mit Kartenzahlung
Im stationären Einzelhandel steigen die Umsätze mit Kartenzahlung. Grafik: EHI-Studie: Kartengestützte Zahlungssysteme im Einzelhandel 2019

Bargeldanteil sinkt weiter

Laut EHI wurden von Kunden im Jahr 2018 rund 20 Milliarden Bezahltransaktionen getätigt, davon 15,2 Milliarden mit Barzahlung, 4,6 Milliarden Transaktionen mit Karte und 0,2 Prozent mit sonstigen Zahlungsarten. Der Baranteil ging damit erneut zurück – im Jahr 2018 um um 1,1 Prozent bzw. 220 Mio. Transaktionen. Vor allem für kleinere Summen wurden Münzen und Scheine bevorzugt. Aber auch hier ist das Bezahlen mit Karte dank kontaktloser Bezahlmöglichkeit laut EHI auf dem Vormarsch.

Bargeldanteil sinkt
Die Deutschen zahlen noch am häufigsten mit Bargeld - vor allem aber kleinere Summen.
Grafik: EHI-Studie: Kartengestützte Zahlungssysteme im Einzelhandel 2019

Trend zum kontaktlosen Bezahlen

Besonders profitieren konnte das PIN-basierte Girocard-System (electronic cash) der Deutschen Kreditwirtschaft. Dessen Anteil stieg nun erneut – in 2018 um 3,8 Prozent bzw. 19,2 Milliarden Euro auf nun insgesamt 30,1 Prozent. Größter Verlierer unter den Zahlungsarten ist das SEPA-Lastschrift-Verfahren mit einem erneuten Minus von nun 2,6 Prozent in 2018 auf nur noch 10 Prozent Umsatzanteil. Der Grund ist laut EHI die Gebührendeckelung, die zu einer Angleichung der Konditionen führte. Mehrere große Lebensmittelhändler haben daraufhin von SEPA-Lastschrift auf Girocard-PIN-Verfahren umgestellt oder die Girocard-Anteile deutlich höher gewichtet. Der Vorteil: Im Gegensatz zum Lastschrift-Verfahren ermöglicht das PIN-basierte Zahlungsverfahren ein praktisches und schnelles kontaktloses Bezahlen ohne Rücklastschriftrisiko. Dies motiviert Kunden zu mehr Kartenzahlungen, auch für Kleinbeträge und reduziert das Zahlungsrisiko für Händler.

Vom Trend zum kontaktlosen Bezahlen profitierten auch die Kreditkarten, die ihren Anteil von 6,5 auf 6,9 Prozent ausbauten. 29,8 Milliarden Euro wurden lt. EHI-Studie 2018 per Kreditkarte umgesetzt, nur ein kleinerer Teil davon über mobile Bezahlverfahren wie Apple Pay oder Google Pay. Insgesamt entfielen 28,2 Prozent der Transaktionen auf kontaktloses Bezahlen per Kreditkarte – bei der Girocard (früher EC Karte) entfielen 21,2 Prozent auf kontaktloses Zahlen.

Der Trend zum kontaktlosen und mobilen Bezahlen führt dazu, dass die Händler nach Jahren der Stagnation erstmals wieder verstärkt in IT und Infrastruktur für den Zahlungsverkehr investieren, sofern nicht ohnehin ein turnusmäßiger Austausch von Terminals ansteht. Laut EHI-Studie planen 44,8 Prozent der großen Unternehmen Investitionen in diesem Bereich. Im Vorjahr waren es nur 33,8 Prozent.

Im Untersuchungspanel des EHI Retail Instituts sind 435 Unternehmen (ca. 85.000 Betriebe) aus 35 Branchen des Einzelhandels vertreten. Die Erhebungsteilnehmer repräsentieren laut EHI einen relevanten Brutto-Umsatz von 251,2 Milliarden Euro.

Leubsdorf im Mai 2019 - EC Cash Direkt